Das Projekt eBusiness-Plattform Gesundheitswesen ist ein Gewinner des ersten Wettbewerbs Med in.NRW des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter.

eBusiness-Plattform Gesundheitswesen

Elektronisches Miteinander im Gesundheitswesen hat viele Facetten und betrifft nicht nur wie oft dargestellt den Dokumentenaustausch zwischen Leistungserbringern. Um hier ein gesamtheitliches Anwendungsspektrum auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Patienten zu erschließen, hat ein Konsortium bestehend aus Agfa Healthcare GmbH, Duria eG, Fachhochschule Dortmund, Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, iSOFT Health GmbH, Ruhr-Universität Bochum, Siemens AG, Tieto Deutschland GmbH und die Deutsche Telekom-Tochter T-Systems 2008 gemeinsam ein Projekt beantragt, das den Datenaustausch und die Kooperation zwischen Einrichtungen des Gesundheitswesens und diesen mit Patienten signifikant erleichtern und richtungsweisend für die gesamte Gesundheits-IT und das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland werden wird.

Die Anwender im Gesundheitswesen wünschen sich eine Arbeitserleichterung durch die IT, müssen aber heute noch mit vielen Hindernissen leben. So müssen z.B. Daten manuell und fehleranfällig von einem System ins andere übertragen werden oder der Arzt ist gezwungen sich mehrfach an unterschiedlichen Systemen anzumelden, um alle notwendigen Informationen über einen Patienten zusammenzustellen. Die Probleme der Anwender setzen sich in den Systemen fort, wo unterschiedlichste Datenformate und Schnittstellen verwendet werden. Dies treibt die Kosten für die Systemintegration und die Pflege in die Höhe.

In dem mit Landesmitteln und Mitteln der Europäischen Union geförderten Projekt eBusiness-Plattform Gesundheitswesen (eBPG) soll systematisch das Problem der datenschutzkonformen Interoperabilität von IT-Anwendungen sowie der geschäftsprozessorientierten Zusammenarbeit im Gesundheitswesen angegangen werden, in dem ein Standardportfolio erarbeitet wird, auf dessen Basis die Industrie interoperable Lösungen für verschiedene Anwendungen entwickeln kann. Dazu sollen - so weit wie möglich - existierende Standards übernommen oder berücksichtigt werden, aber auch die Weiterentwicklung dieser Standards bzw. Einflussnahme auf die Standardisierung und die Entwicklung neuer Vorgaben ist beabsichtigt. Im Projekt werden die folgend aufgelisteten für Interoperabilität notwendigen telematischen Artefakte und darauf aufbauenden Anwendungen angegangen:

Im Fokus stehen dabei folgende Punkte:

In diesem Sinne schafft das Projekt eBPG die Voraussetzung für alle Hersteller, Lösungen auf Basis abgestimmter Standards und erprobter Technologie zu entwickeln, die für Anwender einfacher vergleichbar und integrierbar sind. Auf dieser Basis wird eine eBusiness-Plattform für das Gesundheitswesen nach dem "best of bread"-Ansatz umsetzbar und in naher Zukunft Wirklichkeit.

Um die Anwender und weitere Experten in das Projekt zu integrieren, steht dem Projekt ein Branchenbeirat zur Seite, der insbesondere aus Vertretern von Seiten der Leistungserbringer aber auch Vertretern weiterer gesellschaftlicher Gruppen besteht.

Die Ergebnisse des Projektes werden nach Abstimmung und Freigabe durch die Projektpartner nach Projektende öffentlich verfügbar sein und sollen den Grundstein legen für eine interoperable anwendungsorientierte Plattform für IT-Anwendungen im Gesundheitswesen. Dabei werden die Arbeiten der gematik nach bekanntem Stand und Implementierung berücksichtigt.

Förderinformationen

Das Projekt ist unter der Förderkennziffer 005-GW01-038A-J aus Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union gefördert. Es hat eine Laufzeit von 3 Jahren und ist im November 2010 gestartet.